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Humanist, Theologe und Lehrer Deutschlands

Evangelische Kirche erinnert an den großen Reformator Philipp Melanchthon

Von Christine Süß-Demuth (epd)

Bretten (epd). Er war Reformator, Theologe, Humanist, Gelehrter und auch ein großer Ökumeniker: Philipp Melanchthon. Als Philipp Schwarzerdt wurde der Sohn eines Waffenschmieds am 16. Februar 1497 im badischen Bretten geboren. Zusammen mit Martin Luther war er der führende Vertreter der Reformation.

Philipp Melanchthon (griechisch für seinen Geburtsnamen "Schwarzerdt") starb am 19. April 1560 und wurde in der Wittenberger Schlosskirche neben Luther begraben. Anlässlich seines 450. Todestages erinnern die evangelischen Kirchen in Deutschland mit dem Melanchthonjahr 2010 an sein Wirken. Es wird bereits an diesem Samstag, dem Reformationstag (31. Oktober), mit einem ökumenischen Gottesdienst im badischen Bretten eröffnet.

Bereits mit 14 Jahren erwarb Melanchthon an der Heidelberger Universität den Baccalaureus, 17-jährig in Tübingen den Magistergrad. 1518 holte Kurfürst Friedrich der Weise den 21-Jährigen im Zuge der Universitätsreform auf den neuen Lehrstuhl für Griechisch nach Wittenberg. Der Professor, Rektor und Reformer der Universität schloss sich ein Jahr später der Reformation an.

Lange Zeit stand Melanchthon im Schatten seines Weggefährten Martin Luther. Dabei war er der wichtigste Mitarbeiter Luthers bei dessen deutschsprachiger Bibel-Übersetzung, da er hervorragend Hebräisch, Griechisch und Lateinisch beherrschte. Mit den 1521 veröffentlichten "Loci Communes" und dem Augsburger Bekenntnis ("Confessio Augustana") aus dem Jahr 1530 formulierte Melanchthon Grundsätze des evangelischen Glaubens.

Mit dem Augsburger Bekenntnis wollte er eine gemeinsame theologische Grundlage von reformatorischer und katholischer Lehre schaffen, was ihm allerdings nicht gelang. Bis zuletzt hoffte er, dass es nicht zu einer Kirchenspaltung kommen würde. So setzte er sich immer wieder bis zum Augsburger Religionsfrieden (1555) für eine Einigung der christlichen Konfessionen ein.

Als "großen Ökumeniker seiner Zeit" bezeichnet ihn daher der badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer. Melanchthons Ansatz sei wie kaum eine andere reformatorische Theologie ökumenisch ausgerichtet. Im Zentrum des Glaubens stand für ihn die reine Lehre des Evangeliums. Kirche sei für Melanchthon immer zuerst betende Kirche gewesen, so Fischer, der den Eröffnungsgottesdienst gemeinsam mit dem Vorsitzendem der Deutschen Bischofskonferenz, dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, halten wird.

Auch als Lehrmeister wurde Melanchthon bekannt. Schon zu Lebzeiten erhielt er den Ehrentitel "Praeceptor Germaniae" (Lehrer Deutschlands). Er schrieb auch Grammatiken für Latein und Griechisch sowie Unterrichtswerke für Physik, Geografie und Geschichte für Schulen und Universitäten. In schulischen Angelegenheiten sowie bei der Gründung neuer Schulen wurde er oft um Rat gefragt und schrieb Lehrpläne.

Zur Person

Wer war Philipp Melanchthon? Wie müssen wir ihn uns vorstellen? Als Theologe schrieb er die erste Systematik der neuen, reformatorischen Theologie.
Wunderkind hat man ihn gerufen und Martin Lutehr nannte ihn mit Vorliebe "den kleinen Griechen".

Spurensuche

Nicht nur in Deutschland hat Melanchthon seine Spuren hinterlassen und Kirche und Gesellschaft geprägt. Tipps und Hinweise für Reisen im Melanchthonjahr.

Bildung und Politik

Melanchthons Einflüsse auf Politik, Gesellschaft und Bildung sind auch heute noch deutlich erkennbar. Dass Gmynasien nach dem "Lehrer Deutschlands" benannt werden, ist da schon fast etwas Alltägliches.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 10. August 2016 12:57