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Magister Philipps sanfte Kur

ZEIT-Artikel von Robert Leicht

Von Robert Leicht 

Im Sommer des Jahres 1530 standen die Dinge für die Reformation wieder einmal Spitz auf Knopf. Zur selben Zeit wurde die Beziehung zwischen zwei ihrer Protagonisten arg geprüft. Denn während Philipp Melanchthon auf dem Augsburger Reichstag die Sache der Lutherischen vor Kaiser Karl V. zu vertreten hatte, musste Martin Luther selber in Coburg zurückbleiben. Schließlich lebte er seit dem Wormser Edikt von 1521 unter Reichsacht und konnte sich aus dem Gebiet seines Protektors, des Kurfürsten von Sachsen, nicht hinauswagen. Coburg war die südlichst und Augsburg am nächsten gelegene kursächsische Stadt - das immerhin erleichterte den zeitweilig heftigen Briefverkehr zwischen den beiden Reformatoren. 

Die Stimmung war gereizt. Als Melanchthon Ende Juni 1530 einen Entwurf des späteren Augsburger Bekenntnisses nach Coburg schickte, antwortete Luther unwirsch, er wundere sich, "was Du wohl willst; Du fragst danach, was und wie viel den Päpstlichen nachgegeben werden solle [.]. Für meine Person ist [.] mehr als genug nachgegeben worden." Doch schon wenige Tage später, in einem Brief vom 3. Juli, ist der Unmut verraucht. Er habe die Schrift "gestern ganz und gar sorgfältig von neuem gelesen, und sie gefällt mir ganz außerordentlich". 

Diese jähen Schwankungen im Urteil Luthers rühren nicht nur aus der Unrast des vom unmittelbaren Geschehen Ausgeschlossenen her, sondern sie bilden wie in einer Miniatur all die Ambivalenzen in dem vertrauten Verhältnis zwischen den beiden Reformatoren ab. Ein Jahr vor dem Augsburger Reichstag schrieb Luther in einem Vorwort zu Melanchthons Kommentar des Kolosserbriefes: "Ich muss die Klötze und Stämme ausrotten, Dornen und Hecken weghauen, die Pfützen ausfüllen, und bin der grobe Waldrechter, der die Bahn brechen und zurichten muß. Aber Magister Philipps fähret säuberlich und stille daher, bauet und pflanzet, säet und begeußt mit Lust, nachdem Gott ihm hat gegeben seine Gaben reichlich." 

Während der Vorbereitungen für den Augsburger Reichstag würdigte Luther den Stand der Arbeiten mit dem wiederum leise zwiespältigen Lob, dies alles gefalle ihm sehr wohl, er habe nichts zu bessern, das würde sich auch "nicht schicken, denn ich so sanft und leise nicht treten kann". Das Motto suaviter in modo, fortiter in re - hart in der Sache, sanft in der Form - war Luther geradezu kreatürlich fremd.

Melanchthon wiederum verschaffte seinem Herzen erst sehr spät, nach Luthers Tod, in einem Brief Luft: "Ich ertrug auch vordem eine fast entehrende Knechtschaft, da Luther oft mehr seinem Temperament folgte, in welchem eine nicht geringe philoneikia lag, als auf sein Ansehen und auf das Gemeinwohl achtete." Immer wenn Melanchthon etwas Heikles, gar Verfängliches ausdrücken wollte, wechselte er ins Griechische - philoneikia steht für Streitsucht. 

Das Erstaunliche ist nicht, dass es zwischen Luther und Melanchthon ständig Spannungen gab, sondern die Tatsache, dass die beiden dessen ungeachtet über 28 Jahre hinweg Freunde und Verbündete blieben. Hier Luther, der Geniale, der Rabiate (und zugleich doch so Zarte), der keinem theologischen Streit aus dem Weg geht ("Was kann denn der Teufel mehr tun, als dass er uns töte! Was mehr?", schreibt er von der Veste Coburg an Melanchthon nach Augsburg) - dort Melanchthon, der überaus Gebildete, der Abwägende, der, wenn es unter Wahrung der gemeinsamen theologischen Hauptsache irgend geht, einen Religionskrieg vermeiden möchte. Hier die Sprache Luthers voller Musik, dort die gemessenen Darlegungen Melanchthons, mit denen er dem Freund bei dessen Bibelübersetzung präzisierend zur Seite steht. Die stilistische und theologische Expressivität der deutschen Bibel indes bleiben allein Luthers Werk. "Die ganz großen Denker ragen wie erratische Blöcke aus ihrer Zeit und aus ihrer Tradition hervor [.]. Vielleicht war Luther einer, Melanchthon gewiß nicht." Solches schrieb sogar Heinz Scheible, der gründlichste der zeitgenössischen Melanchthon-Kenner, in seiner 1997 erschienenen Biografie. 

Man muss zur Urteilsfindung sowohl auf den Anfang als auch auf das Ende sehen! Die Geschichte fängt damit an, dass Philipp Melanchthon nie Theologe werden wollte und auch nie ordinierter Geistlicher wurde. Am 16. Februar 1497 kam er als Sohn des Waffenschmieds und kurpfälzischen Rüstmeisters Georg Schwartzerdt in Bretten bei Karlsruhe auf die Welt; die Mutter Barbara war die Tochter des Brettener Bürgermeisters Johann Reuter, Tuch- und Weinhändler von Beruf. Die lange tradierte Annahme, dass deren Mutter - Melanchthons Großmutter - die Schwester des Humanisten Johannes Reuchlin war, ist inzwischen ins Reich der Legende verwiesen. Keine genetische Vorbelastung also. Früh allerdings brachte man dem Jungen Latein bei - durch drakonischen Drill. 

1507 starben sein Großvater und sein Vater. Der Elfjährige kam nach Pforzheim, wo er nun in der Tat bei Elisabeth Reuchlin Aufnahme fand und wo er deren Bruder Johannes auffiel. Am 15. März 1509 schenkte ihm Reuchlin eine griechische Grammatik. In der Widmung antikisierte er den Namen des Philipp Schwartzerdt nach Humanistensitte, indem er ihn ins Griechische übertrug: Melanchthon. 

Im selben Jahr noch bezog der Zwölfjährige die Universität Heidelberg, 1511 erwarb er den Grad eines Baccalaureus artium. Alsbald wechselte er nach Tübingen, wo er Astronomie, Musik, Arithmetik und Geometrie belegte, außerdem weiterhin Griechisch, Latein und nun auch Hebräisch lernte. Mit 17 Jahren, in einem Alter, in dem ein angehender Gelehrter heute noch gar nicht daran denkt, wie viele Leistungspunkte er wohl mal für den Bachelorabschluss brauchen wird, schloss Melanchthon sein Studium mit dem Magistertitel ab. 1516 veröffentlichte er eine Übersetzung der Komödien des Terenz, 1518 eine griechische Grammatik, die in vielen Auflagen verbreitet wurde. 

Luther besorgt ihm eine Frau und drängt ihn zur Ehe

Bis zum Magisterabschluss finden sich also keine kräftigen Spuren theologischer Bildung. Erst in den zwei Jahren, die ein Magister nach dem Abschluss noch zu Lehrveranstaltungen verpflichtet war, hörte er vorzugsweise bei den Theologen. Als Professor Jakob Lemp das Schema der Transsubstantiationslehre an die Wandtafel malte, also das altkirchliche und bis heute katholische Dogma, wonach sich in der Eucharistiefeier Brot und Wein der Substanz nach in Fleisch und Blut Christi verwandeln (unter der Wahrung der Akzidenzien, also des bloß äußerlichen Geschmacks von Brot und Wein), fand Melanchthon das lächerlich und nannte den Dozenten einen Oberschwätzer. 

Von Reformation konnte freilich noch nicht die Rede sein in Tübingen. Erst 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen zum Zwecke der akademischen Debatte, am 26. April 1518 fand die nachmals berühmte Heidelberger Disputation statt, von der Melanchthon stark beeindruckt und in die Nähe des reformatorischen Gedankenguts geführt wurde. Doch als er genau ein halbes Jahr darauf, am 25. August 1518, seine Lehrtätigkeit an der Universität von Wittenberg aufnahm, war er dort weder erste Wahl gewesen, noch war die Theologie seine erste Wahl geworden. Er wurde vielmehr als Gräzist berufen - einige Wittenberger Professoren wollten lieber einen Mann aus Leipzig, Kurfürst Friedrich der Weise hatte es auf Johannes Reuchlin abgesehen, der aber empfahl seinen Schüler und entfernt "gesippten" Schüler Melanchthon. 

Von auffallend kurzer Gestalt und zudem an einem kleinen Sprachfehler leidend, hatte er die Wittenberger nicht auf den ersten Blick überwältigt. Doch als er drei Tage später seine Antrittsrede über eine nötige Studienreform hielt, waren alle hingerissen. Auch der skeptische Luther schwärmte jetzt von dem Graeculus, dem Griechlein. 

Luther erleichterte Melanchthon im Jahr darauf den Erwerb des Grads eines Baccalaureaus biblicus, was ihn dazu befähigte, auch an der theologischen Fakultät zu lehren. Er wollte aber letztlich Philosoph bleiben - ein Philosoph auch in der Theologie, nicht ein Theologe in der Philosophie. Noch 1530 schreibt Luther dem sorgengeplagten Melanchthon, um ihn vom reflektierten Grübeln zum unmittelbaren Gottvertrauen zu lenken: "Ich bin auch öfters zerschlagen, aber nicht dauernd. Deine Philosophie, nicht die Theologie quält Dich so." 

Sieht man auf diese Jahre, auch auf die Tatsache, dass die Wittenberger Universität das war, was man heute eine Reformuniversität nennt, sowie auf die Beratungs- und Gutachtertätigkeit Melanchthons bei Schulgründungen (etwa in Magdeburg, in Eisleben und Nürnberg), nimmt man zudem seine Lehrbücher zur griechischen und lateinischen Grammatik, zu Rhetorik, Ethik, Physik, Geschichte und Geografie hinzu, so könnte man in diesem eminenten Altphilologen einen wirkmächtigen Bildungsreformer sehen - sozusagen einen, wenn das heute nicht mit Missverständnissen versehen wäre, Hartmut von Hentig avant le nom. Dies alles schon würde den ihm beigelegten Ehrentitel Praeceptor Germaniae, Lehrer Deutschlands, vollauf rechtfertigen. 

Doch zu seiner eigentlichen geschichtlichen Bedeutung kam Melanchthon dadurch, dass er in die Umsturzbewegung der Reformation hinein- und von Luther angezogen wurde. Schon zwei Jahre nach der Lehrbefugnis an der theologischen Fakultät, die er eifrig und vielfältig ausfüllte, legte er die erste Fassung seiner Loci communes rerum theologicarum vor, der ersten Dogmatik der jungen reformatorischen Theologie, an der er bis zu seinem Lebensende weiterarbeitete. Luther schrieb ihm nach Erscheinen der Erstfassung 1521 von der Wartburg herab: "Deine Loci haben mir sehr gefallen. Es gibt nichts, was meine Armut an Deinem Reichtum hier aussetzen könnte." 

Noch bevor sich der leidenschaftliche Wissenschaftler tief in die Leidenschaften der Reformation verstrickte, drängte Luther, um die Gesundheit und die Junggesellenwirtschaft des Workaholics Melanchthon besorgt, auf eine zunächst höchst unwillkommene Ablenkung von der aufzehrenden Arbeit: Er nötigte ihn geradezu zur Heirat mit der 23-jährigen Katharina Krapp, die am 27. November 1520 stattfand. Vier Kinder wurden dem Paar geboren. Erst 1536 zog die Familie in jenes Haus ein, das heutzutage die Touristen als Melanchthon-Haus zu Wittenberg besuchen. 

Wollte man das dogmatische und das diplomatische Wirken des Philipp Melanchthon im Reformationsgeschehen nachzeichnen, geriete man in Gefahr, sich in diesen Wirren zu verlieren. Wie wenig war die Reformation ein in sich geschlossenes Geschehen, wie vielfältig waren die Differenzen zwischen den reformatorischen Positionen, wie komplex die Verflechtungen mit der antagonistischen Fürstenpolitik im Heiligen Römischen Reich unter Kaiser Karl V.! Wer vermöchte zum Beispiel die vielen Religionsgespräche nachzubeten - das Nürnberger, Marburger, Wormser, Regensburger, um nur einige der 16 allein zu Lebzeiten Melanchthons stattgefundenen zu nennen? Wer die mancherlei Interims, die freilich nie tragfähigen Zwischenlösungen der Glaubenskonfrontationen, die vielen Konkordienentwürfe? Wer könnte all die innerreformatorischen Streitigkeiten detailliert wiedergeben - den adiopharistischen, den synergistischen, den osiandrischen, den antinomistischen, den majoristischen Streit? Die Stichwörter zeigen an, in welch turbulentem Suchprozess die Reformation in den ersten sechzig Jahren ablief. Und mittendrin Philipp Melanchthon, fast überall als Gutachter und Schlichter gefragt. Erst 1577, nach seinem Tod, konnte mit der "Konkordienformel" wenigstens für die Lutherischen ein einigendes Dokument formuliert werden. 

Im Abendmahlsstreit findet er schließlich die goldene Formel

Wenn man Melanchthons Sanftheit, seine - wie Luther schrieb - lenitas hervorhebt, gilt es freilich deutlich zu sehen: Sie galt vorwiegend im Verhältnis zur alten Kirche. Da konnte er den Unterschriften zu den massiv antipapistischen Schmalkaldischen Artikeln durchaus einen Vorbehalt wie diesen beifügen: "Ich, Philippus Melanchthon, halte diese oben aufgestellten Artikel auch für recht und christlich; vom Papst aber halte ich, falls er das Evangelium zulassen wollte, dass ihm um des Friedens und gemeinsamer Einigkeit willen mit denjenigen Christen, die auch unter ihm sind und künftig sein möchten, seine Superiorität über die Bischöfe, die er iure humano hat [also nach menschlichem Recht und nicht aus dem Evangelium selber], auch von uns zuzulassen sei." 

Doch wenn es um die innerreformatorischen Streitigkeiten ging, konnte Melanchthon hartherzig bis fanatisch werden. Als unter Calvins Miturheberschaft 1553 der vermeintliche Häretiker Michael Servet in Genf grauenvoll verbrannt wurde, applaudierte Melanchthon schriftlich. Was wohl der 1546 gestorbene Luther dazu gesagt hätte, der doch in Glaubensdingen das Prinzip non vi, sed verbo verkündet hatte: Nicht mit Gewalt, allein durch das Wort? Ohne sich freilich selber stets daran zu halten. Doch als Melanchthon in einem Gutachten 1528 die Todesstrafe für Wiedertäufer forderte, unterschrieb Luther mit einem bezeichnenden Vorbehalt: nicht wegen der Glaubensdifferenz als solcher, sondern nur, wenn die Beschuldigten außerdem schwerwiegend gegen staatliches Recht verstoßen haben. 

Kehren wir also zum Verhältnis zwischen Luther und Melanchthon zurück. Melanchthons unermüdliches Suchen nach Ausgleich kontrastiert zu Luthers realistischer Annahme, dass es mit den Männern der alten Kirche keine Einigung geben konnte. Darin hat Luther im Grunde recht behalten, genau genommen bis auf den heutigen Tag. 

Es gab freilich eine sachlich tief greifende Differenz, über welche die beiden sich nie direkt ausgesprochen haben und in der letztlich Melanchthon sich durchgesetzt hat. Dieser heikle Punkt war Luthers Lehre vom Abendmahl. Zwar lehnten beide, Luther wie Melanchthon, die katholische Transsubstantiationslehre kategorisch ab. Doch Martin Luthers Vorstellung, dass im Abendmahl Christus in Brot und Wein real präsent sei, war Melanchthon nie ganz geheuer - übrigens auch nicht Johannes Calvin, wie sehr sie alle drei wiederum Huldrich Zwinglis Auffassung vom reinen Erinnerungsmahl ablehnten. Wie aber sollte nun zwischen der katholischen Opferlehre, in welcher der Priester, also der Mensch, konstitutiv handelt, und dem reinen Gedächtnismahl, in dem nach Zwingli nur die Gemeinde, also wiederum nur der Mensch handelt, die reformatorische Einsicht formuliert werden, dass allein Christus im Abendmahl der Handelnde ist - ohne dass man mit Luther quasisubstantialistisch redete? 

Im Augsburger Bekenntnis von 1530 formulierte Melanchthon im Artikel X, dass der Leib Christi und das Blut Christi "wirklich zugegen sind und den Essenden beim Mahl des Herrn gereicht werden". Aus dem Reichstag von 1530 kam nichts heraus - außer übrigens der Carolina, der Peinlichen Gerichtsordnung Karls V., die zwei Jahre darauf in Kraft gesetzt wurde. So konnte Melanchthon später den Text weiter bearbeiten. 1540 erschien eine veränderte Fassung, die Confessio Augustana Variata . Dort heißt es nun, vom Mahl des Herrn werde gelehrt, "dass mit Brot und Wein Christi Leib und Blut den Essenden und Trinkenden [.] wirklich dargereicht werden". Die Differenz zwischen 1530 und 1540 lässt sich im Lateinischen festmachen an der Alternative von in pane (im Brot) und cum pane (mit dem Brot). Als dann auf einem neuerlichen Augsburger Reichstag 1555, der zum berühmten Augsburger Religionsfrieden führen sollte, die Lutherischen nicht mehr so schwach dastanden, griffen sie wieder auf die orthodoxere Formulierung von 1530 zurück, und damals erst wurde das Augsburger Bekenntnis reichsrechtlich relevant. 

Wozu nun aber an solche dogmatischen Feinheiten erinnern, über vierhundert Jahre danach? Weil sie, verblüffend genug, höchst aktuell sind. Erst 1973 verständigten sich nämlich die lutherischen, die unierten und die reformierten Kirchen Europas auf einen gemeinsamen Bekenntnistext, die Leuenberger Konkordie. Dort heißt es nun endlich: "Im Abendmahl schenkt sich der auferstandene Jesus Christus in seinem für alle dahingegebenen Leib und Blut durch sein verheißendes Wort mit (!) Brot und Wein." Cum pane: Die Lutheraner sind an diesem Punkt also über ihren Schatten gesprungen und zu Melanchthons Formel und Confessio Augustana Variata zurückgekehrt. 

Was immer Martin Luther für den Durchbruch zur und in der Reformation geleistet hat - man darf darüber nie vergessen, was Philipp Melanchthon zur spät verwirklichten Einheit und Gemeinschaft der reformatorischen Kirchen beigetragen hat. Schon in seinem im Jahr 1539 aufgesetzten Testament bekannte er seine Dankbarkeit gegen Luther: "Ich habe von ihm das Evangelium gelernt." Als dann im April 1560 wirklich seine letzte Stunde nahte, notierte er in seiner letzten Aufzeichnung auf einem Zettel die Gründe, aus denen man den Tod nicht fürchten muss, unter anderem: "Du entkommst den Sünden. Du wirst befreit von aller Mühsal und der Wut der Theologen." Seine letzten Stunden verbrachte er im Gebet. Am Abend des 19. April 1560, um Viertel auf sieben, schloss er die Augen, glaubend, was er auf jenem Zettel notiert hatte: "Du wirst ins Licht kommen, Gott schauen, Gottes Sohn betrachten."

Quelle: Die ZEIT (Mit freundlicher Genehmigung)

Zur Person

Wer war Philipp Melanchthon? Wie müssen wir ihn uns vorstellen? Als Theologe schrieb er die erste Systematik der neuen, reformatorischen Theologie.
Wunderkind hat man ihn gerufen und Martin Lutehr nannte ihn mit Vorliebe "den kleinen Griechen".

Spurensuche

Nicht nur in Deutschland hat Melanchthon seine Spuren hinterlassen und Kirche und Gesellschaft geprägt. Tipps und Hinweise für Reisen im Melanchthonjahr.

Bildung und Politik

Melanchthons Einflüsse auf Politik, Gesellschaft und Bildung sind auch heute noch deutlich erkennbar. Dass Gmynasien nach dem "Lehrer Deutschlands" benannt werden, ist da schon fast etwas Alltägliches.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 10. August 2016 12:57