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Würdigung von Philipp Melanchthon aus katholischer Sicht

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz

Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller beim Festakt in Wittenberg

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller (Regensburg), hat heute Philipp Melanchthon anlässlich dessen 450. Todestag gewürdigt. Während eines Festaktes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Wittenberg unterstrich Bischof Müller die ökumenische Verbundenheit zwischen der katholischen und evangelischen Kirche, die in den vergangenen Jahren gewachsen sei.

Luther und Melanchthon kämen mit ihren maßgebenden Bekenntnisschriften auch als Zeugen im Ringen um eine erneuerte Katholizität in den Blick. "Diese Sichtweise war in Zeiten des Konfessionalismus alles andere als bestimmend; heute ermöglicht sie es auf katholischer Seite, solche Impulse und Einsichten der Reformatoren dankbar aufzunehmen, die wir als theologisch weiterführend und geistlich fruchtbar erkennen", so Bischof Müller. Er würde es sehr begrüßen, "wenn junge Theologen - ob katholisch oder evangelisch - Rolle und Bedeutung Melanchthons in diesem Zusammenhang stärker noch als bisher in den Blick nehmen und für den ökumenischen Dialog wissenschaftlich erschließen würden." Bischof Müller machte in seinem Grußwort auch auf die aktuelle theologische Debatte aufmerksam: "Der ökumenische Dialog hat gegenwärtig bei der Frage des Amtes einen inhaltlichen Schwerpunkt. Die Position Melanchthons - der auch die Ordination zu den Sakramenten zählte - ist in diesem Zusammenhang besonders erhellend, weil sie die oft situationsgebundenen und durchaus spannungsreichen Aussagen Luthers systematisch zu klären und zu ordnen vermag."

Bischof Müller unterstrich, dass die sich zu Lebzeiten Melanchthons vollziehende Trennung zwischen den Konfessionen ihn zutiefst geschmerzt habe. Melanchthons auf Bewahrung der Einheit zielendes Engagement habe alle Fasern seiner Existenz betroffen. "Als katholischer Bischof und als Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit für das, was den noch getrennten Christen in unserem Land schon wieder an Gemeinsamkeit geschenkt worden ist", so Bischof Müller. Der Ökumenische Kirchentag in München werde zeigen, "zu welcher Gemeinsamkeit in christlicher Weltverantwortung wir bereit sind."

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Herausgeber
P. Dr. Hans Langendörfer SJ
Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz

Zur Person

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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 10. August 2016 12:57