Melanchthons europäische Erben

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Dänemark

Dr. Martin Schwarz Lausten, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Kopenhagen

Als König Christian III. 1536 /37 die Kirche in Dänemark nach lutherischem Vorbild reformierte, spielte Melanchthon eine wichtige Rolle. Er übte starken Einfluss auf dänische Theologen aus und half, die Ideen über die Kirchenleitung des Königs zu gestalten. Die Kirchenordinanz von 1537 war das Gesetz, das die Richtlinien für die Reformationskirche enthielt. Darin wurde den Pastoren befohlen, Melanchthons Augsburgisches Bekenntnis und sein Buch über die Visitationen in Kursachsen (außer Luthers Katechismus und Predigtsammlung) zu besitzen. Welchen Einfluss Melanchthon in der Kirche hatte, wird auch in seinem umfassenden Briefwechsel mit dem König spürbar. Er beriet den König, schickte ihm Bücher und Nachrichten und empfahl Männer für leitende Ämter. Die vielen dänischen Studenten, die nach Wittenberg reisten, wurden von Melanchthons Pädagogik und Theologie geprägt. Einige folgten ihm auch dann noch, als er von Luther in der Auffassung des Abendmahls abwich. Melanchthons Bedeutung für die übrige kulturelle Entwicklung der dänischen Gesellschaft lässt sich auch an zwei anderen Beispielen zeigen: Als die Kopenhagener Universität wieder errichtet wurde (1537), folgte man seinen Studienordnungen und verwendete seine Lehrbücher. In den neulateinischen Gedichten und Geschichtsbüchern von Dänen kam auch Melanchthons humanistisch-reformatorische Gesamtauffassung zum Ausdruck.

Melanchtons europäische Erben

Weit über Deutschlands Grenzen hinaus wirkte der Lehrer Skandinaviens und Osteuropas. Was Ungarn, die Slowakei, Dänemark und Finnland ihm bis heute verdanken.

Zur Person

Wer war Philipp Melanchthon? Wie müssen wir ihn uns vorstellen? Als Theologe schrieb er die erste Systematik der neuen, reformatorischen Theologie.
Wunderkind hat man ihn gerufen und Martin Lutehr nannte ihn mit Vorliebe "den kleinen Griechen".


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 10. August 2016 12:57